Unser Projekt "MemoRails - Spuren der Nachbarn sichtbar machen" stellt naturgemäß die geschichtlichen Ereignisse um den Bahnhof Meppen in den Vordergrund
der Betrachtung. Dazu hat unser Mitarbeiter, der Historiker und Journalist Manfred Josef Fickers, in besonderer Weise durch seine Studie
"Umschlagplatz für
Gefangene und Zwangsarbeiter - Der Bahnhof Meppen in den Jahren 1939 bis 1945" beigetragen. Darüber hinaus gibt es aber weitere Schriften, die
einerseits die Bedeutung des Bahnverkehrs für den Terror der NS-Herrschaft verdeutlichen, andererseits rund um den Bahnhof als zentralen Ort in Meppen
die Verstrickung von Bürgern bzw. Politikern in das NS-System aufzeigen. Diese wollen wir hier als Ressource für zeitgeschichtliche Fortbildung vorstellen.
Titelbild
Das Foto zeigt A. Hitler am 10. Juni 1936 bei seinem Besuch des Schießplatzes der Krupp AG in Meppen. Neben ihm der damalige Landrat Zimmermann sowie der berüchtigte
Meppener NSDAP-Kreisleiter Josef Egert, der später u.a. wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Das Bild ist Indiz für die
enge Verbindung resp. Gleichschaltung der kommunalen Verwaltung mit dem NS-Regime.
Studie von Dr. Christoph A. Rass über den früheren Ehrenbürger W. Sagemüller
"Wilhelm Sagemüller (* 6. September 1880; † 6. Juli 1962 in Meppen) war ein Wasserbauingenieur.
Von 1933 bis 1945 leitete er das für die Moorkultivierung zuständige Wasserwirtschaftsamt. In dieser Funktion war er mitverantwortlich für das
System der Emslandlager, in denen zwischen 20.000 und 30.000 Menschen den Tod fanden. Nach der Zeit des Nationalsozialismus war er von 1948 bis 1956
ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Meppen (CDU)." (Wikipedia)"
Im Jahr 2014 fertigte im Auftrag der Stadt Meppen Dr. Rass von der Uni Osnabrück ein Gutachten über die Verstrickung von Sagemüller
in die NS-Unrechtsherrschaft und das System der Emslandlager an.
Daraufhin wurde ihm posthum die Ehrenbürgerschaft durch einstimmigen Beschluss des Stadtrats aberkannt. Die Stadt Meppen hat das
Gutachten digital zum
Download verfügbar gemacht. Es enthält eine Vielzahl auch für unser Projekt bedeutsamer Informationen aus der NS-Zeit in Meppen.
Heinz Kleenes Arbeit über den Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Kleinstadt am Beispiel des Bürgermeisters Kraneburg
Für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Geschichte in Meppen hat die "Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte" großartige
Aufklärungsarbeit geleistet. Ihr langjähriger 2. Vorsitzender, der leider bereits verstorbene OStR Heinz Kleene, hat im Rahmen der Reihe "Emsländische Geschichte"
eine Vielzahl von Büchern und Studien verfasst.
Als besonders interessant empfehlen wir seine Arbeit "Der Umgang mit dem Nationalsozialismus in einer Kleinstadt. - Das Beispiel des ehemaligen Bürgermeisters
und späteren Stadtdirektors Dr. Hans Kraneburg aus Meppen". Die Studie, erschienen in 'Helden und Außenseiter. Zur Geschichte des
Nationalsozialismus in Westfalen nach 1945, Bd. 11' erhellt eine Vielzahl von geschichtlichen Ereignissen und das Funktionieren des
NS-Regimes in Meppen. Die Arbeit steht (wie seine weiteren Schriften) in der
Deutschen Digitalen Bibliothek
zum freien Download zur Verfügung.
Der deutsche »Viehwaggon« als symbolisches Objekt in KZ-Gedenkstätten
Die Webseite gedenkstäettenforum.de der "Stiftung Topografie des Terrors"
bietet zwei interessante Arbeiten von Alfred Gottwaldt an: "Der deutsche »Viehwaggon« als symbolisches Objekt in KZ-Gedenkstätten" beschäftigt sich zwar
im wesentlichen mit der Tauglichkeit der Wagen als Mahnmal, bietet
zugleich aber viele wissenswerte Details über die Geschichte der Transporte und Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn. Die beiden Arbeiten
TEIL 1
und TEIL 2
werden als PDF zum Download angeboten. Unser Bild zeigt "Die Rampe" des Mahnmals Kassel, eine künstlerische Aufarbeitung der Verwendung von Viehwaggons zur Deportation
von Gefangenen in der NS-Zeit.